Bundesheer (Tagebuch)
(Mo., 28. September 1998 bis Do., 27. Mai 1999)


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Sechster Monat
(Mo., 1. März 1999 bis Mi., 31. März 1999)

NL 87 Tage NL 80 Tage NL 73 Tage NL 66 Tage NL 59 Tage
NL 86 Tage NL 79 Tage NL 72 Tage NL 64 Tage, GLB NL 58 Tage
NL 85 Tage NL 78 Tage NL 71 Tage NL 63 Tage NL 57 Tage
NL 84 Tage NL 77 Tage NL 70 Tage NL 62 Tage  
NL 83 Tage NL 76 Tage NL 69 Tage NL 60 Tage  

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NL 87 Tage: (Mo., 1. März 1999, 111. Tag)

Der Frühling kehrt zurück. Zumindest hatte ich heute diesen Eindruck. Es liegt fast kein Schnee mehr, und was noch viel wichtiger ist, es war heute schon ziemlich warm. Man hätte durchaus ohne der dicken Feldjacke, sondern nur mit dem Feldhemd und darüber die Feldbluse, im Freien herum spazieren können. Die Vögel zwitschern fröhlich vor sich hin. Ein schöner, warmer und angenehmer Tag.

Dienstlich gesehen war es heute auch ein gemütlicher Tag. Eine lockere Funkübung hatten wir heute. Zu der es nichts Besonderes zu sagen gibt. Zu Beginn hatten wir etwas Stress, weil wir uns zuerst einmal das ganze Zeug, welches wir für diese Übung benötigten zusammensuchen mussten. Andauernd mussten wir in den Leersaal, und dort den Unterricht der "neuen" Funker und Fernmelder stören, weil irgendetwas nicht passte. Nach und nach bekamen wir dann die Geräte zum Laufen und konnten mit der Übung beginnen.

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NL 86 Tage: (Di., 2. März 1999, 112. Tag)

So ein schönes Wetter wie gestern hatten wir heute nicht mehr. Es regnete sogar ganz leicht, aber nur sehr wenig und sehr kurz. Der heutige Tag war wieder völlig umsonst. Zuerst liefen wir wieder einmal eine so genannte Kraftwerksrunde, die etwa 7 km lang war. Danach verluden wir das Gerät und Material für den Kabelbau. Am Nachmittag bauten wir dann völlig sinnlos am Übungsgelände eine ganze Kabelrolle und etwa 100 bis 200 m der Zweiten aus. Im Hochbau natürlich. Wozu diese Aktion wieder gut sein sollte weiß ich nicht. Wahrscheinlich wäre es zum Üben vorgesehen gewesen, weil wir anscheinend zu langsam sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dadurch schneller werden. Das Verlegen des Kabels benötigt nun mal seine Zeit!

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NL 85 Tage: (Mi., 3. März 1999, 113. Tag)

Das einzig gute am heutigen Tag war das Wetter. Es war ganz angenehm, sogar ein bisschen warm (immerhin ist ja noch Winter!). Man könnte locker mit dem Feldhemd und der Feldbluse herumlaufen, was ich auch am Nachmittag tat.

Was nicht so toll war, war, dass wir heute wieder völlig sinnlos etwa 4 km Feldkabel verlegten. Nur damit wir es dann am Nachmittag wieder abbauen konnten. Wir bauten zwar fast alles im Tiefbau, aber für mich spielt das keine so große Rolle. Denn ich war der, der mit der Kabelrolle am Rücken durch die Gegend koffert und das Kabel auslegt. Beim Kabelbau selbst ist nichts Besonderes passiert.

Seit ein paar Wochen ist der Mittwoch auch jener Tag, wo die meisten aus unserem Zimmer nach Hause fahren, auch jene die in Linz, Wels oder sonst wo wohnen. Ich blieb da immer hier in der Kaserne, da ich an diesem Tag keine besonders gute Möglichkeit zur Nachhausefahrt habe. Mit dem Zug ist es zu umständlich und zu zeitintensiv. Mit denen, die in Linz wohnen möchte ich auch nicht mitfahren, da es die "Arschlöcher vom Zimmer" sind. Ich bin froh, wenn ich diese nicht sehe bzw. ich mit denen nichts zu tun habe. So ist es heute ganz besonders ruhig, da wir heute nur zu viert hier im Zimmer sind.

Während wir am Übungsplatz zum Schuhe reinigen fuhren, waren dort die Pioniere mit ihren Booten unterwegs. Sie übten gerade das Rudern. Das "witzige" dabei waren aber, beim Bundesheer eben üblich, die Kommandos. Für jede Tätigkeit, auch wenn sie noch so einfach sind gibt es eben eigene Kommandos und Befehle. (Zum Beispiel beim Transportieren einer schweren Last heißt es "An die Last" bzw. "Erhebt", und beim Rudern eben auch. Da gibt es die so gennante "Ruder-Ausgangs-Stellung" keine Ahnung wie diese aussieht. Als ich diese Begriffe zum ersten Mal hörte, da schüttelte ich den Kopf. Das ist eben alles wieder typisch für das Bundesheer!

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NL 84 Tage: (do., 4. März 1999, 114. Tag)

So wie gestern, so haben wir auch heute den ganzen Tag Feldkabel verlegt. Nur mit dem Unterschied, dass wir heute rund 8 km verlegten, und deshalb bis 24 Uhr Dienst hatten (Laut Dienstplan, in Wirklichkeit kamen wir so gegen 23 Uhr in die Kaserne zurück). Es war sozusagen auch eine Nachtübung dabei, nämlich das Abbauen. Ausgelegt und aufgebaut haben wir den ganzen Schmarren bei Tag. So gegen 18 Uhr wurden wir mit dem Aufbau fertig. (Eine Mittags- und Abendpause, in der Kaserne, hatten wir auch. Jeweils etwa eine Stunde lang). Das Verlegen ging eigentlich ziemlich flott, auch wenn es einigen Ausbildnern scheinbar doch zu langsam ging. Sie drängten ständig darauf, dass wir schneller arbeiteten. Einen Großteil des Kabels verlegten wir im Tiefbau, direkt neben der Straße. Es gibt eigentlich nichts Besonderes darüber zu berichten. Außer, dass es angenehm warm war und wir eigentlich ein "ideales" Bauwetter hatten. Das war aber auch schon das einzig gute an dieser Übung!
Nachdem dann die gesamte Strecke ausgebaut wurde (so gegen 18 Uhr waren wir damit fertig) hatten wir etwa eine Stunde Pause. Dann ging es bei Dunkelheit mit dem Abbau los. In etwa 4 Stunden hatten wir wieder alles abgebaut. Das Auslegen (man trägt dabei die Kabeltrommel am Rücken) ist ja ganz okay, dafür ist das Aufwickeln dann umso blöder. Man hat die Spulvorrichtung am Bauch und kurbelt das Kabel auf die Kabeltrommel. Das ungute dabei ist das Gestell. Bei mir drückte es an allen Stellen, und das Kurbeln geht mit der Zeit auch immer stärker, da Anfangs ja noch sehr wenig Kabel aufgewickelt ist und es mit der Zeit immer mehr und mehr wird und das Ganze daher auch immer schwerer wird. Ich war jedenfalls total froh, als ich dann nach 2 Kabellängen wieder abgelöst wurde. Jeder, bis auf dem Kommandant wickelte 2 Kabellängen auf. Das Abbauen bei Nacht ist nicht so schlimm. Erstens gibt es Lampen, die ziemlich stark leuchten, und zweitens fährt das Kraftfahrzeug, mit dem ganzen Gerät, hinter dem Bautrupp nach und leuchtet somit auch noch das Gebiet wo gerade gearbeitet wird aus.
K. o. vom Bauen und total müde kam ich dann kurz nach 23 Uhr ins Bett. Alles tat mit weh, speziell die Füße.

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NL 83 Tage: (Fr., 5. März 1999, 115. Tag)

Freitag ist gleich Putztag. Und so war es auch heute. Zuerst das Gerät für den Kabelbau, danach unsere Ausrüstung (Waffe, Schuhe, usw.) und zuletzt noch das Zimmer und den Teil des Ganges, den wir immer reinigen müssen. Dieser sah heute ziemlich wild aus, da wir alle unsere total mit Dreck und Erde bedeckten Schuhe am Gang putzten. So eine Schuhputzanlage wie in Kirchdorf gibt es ja hier in Melk nicht. Deshalb blieb nichts anderes übrig, als einen Kübel Wasser zu holen und mit Wasser den Schmutz von den Schuhen zu entfernen.
Ach ja, zum x-ten Mal füllten wir heute wieder einen Fragebogen aus. Wozu der wieder gut sein soll weiß ich nicht, weil darauf Fragen waren, die wir ihnen schon so oft beantwortet haben (wie z. B. Schulbildung, persönlich Angaben, Adressen, Führerscheinklassen, usw.). Wahrscheinlich ist denen in den Kanzleien langweilig und benötigen daher Arbeit. Anders kann ich mir diese Aktion nicht erklären!

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NL 80 Tage: (Mo., 8. März 1999, 116. Tag)

Bis 15 Uhr hatte ich heute einen total lockeren Tag. Die einzige Beschäftigung, die wir bis dahin hatten, war das Feldkabel, welches wir letzte Woche benötigten, von einer Kabeltrommel auf eine andere (leere) umspulen. Diese sinnlose Aktion mussten wir bei allen Kabeltrommeln durchführen, was jedoch verständlicherweise keinen von uns so richtig interessierte. Überprüft (auf Flickstellen) und der Leitungswiderstand musste auch noch ermittelt werden. Falls das (Feld)-Kabel schmutzig war, musste es auch noch mit einem nassen Tuch gereinigt werden. Bei einigen taten wir es auch, bei den restlichen wurde einfach oberflächlich über die Kabeltrommel und das Kabel gewischt. Die Anzahl der Flickstellen wurde auf Null geschätzt und beim Leitungswiderstand wurde ebenfalls irgend ein Wert auf das kleine Zetterl geschrieben. Richtwerte hatten wir ja von denen, die wir auch wirklich durchgemessen hatten.
Die meiste Zeit saßen wir aber im FM-Magazin herum und taten nichts. Wir unterhielten uns. Hin und wieder rührte jemand seinen Finger und erbarmte sich für eine Kleinigkeit. Stress, dieses Wort gibt es jetzt schon lange nicht mehr. So wirklich juckt es auch keinen mehr, wenn wir herumsitzen. Sie (die Vorgesetzten) sagen schon noch, dass wir etwas tun sollen, oder drohen mit einem "härteren" Dienst oder mit Tests, aber damit reißen Sie auch keinem mehr vom Hocker!

Ab 15 Uhr hatte dann das "Herumsitzen" ein Ende. Völlig überraschend war Sport angesagt. Jedoch kein gemütliches Fußballspiel, wo es um nichts ging. Nein, Sie überprüften wieder unsere "Laufleistung" über 2400 Meter. Dies betraf jedoch nur uns vom FM-Zug (wir und die Neuen, die erst vor 2 oder 3 Wochen mit der FM-Ausbildung begannen). Das Limit war wieder, so wie es in den Vorschriften steht 12 Minuten. Als wir diese Distanz in Kirchdorf liefen schaffte ich sie unter 10 Minuten. Heute brauchte ich dafür 10 Minuten und 45 Sekunden. Die erste Runde ging ja noch, aber dann fingen überall die Schmerzen an. Das Tempo war nicht besonders hoch. Drei Kasernenrunden und noch ein kleines Stück dazu mussten wir laufen. Völlig k.o. durchquerte ich dann das Ziel. Das war aber noch nicht alles. Nach einer kurzen Pause mussten wir noch 25 Liegestütze absolvieren, wobei ich nur 24 mit Mühe und Not schaffte.

Anscheinend war der "Spieß" (=dienstführender UO) in unserem Zimmer, weil er sich bei der abendlichen Befehlsausgabe über unseren Sauhaufen beschwerte. Ich war bei der Befehlsausgabe nicht dabei, ich hörte es nur von den anderen.

Zur Zeit (19:03 Uhr) ist es im Zimmer ziemlich ruhig. Ist ja auch kein Wunder, das Arschloch Nr. 1 ist ja nicht hier. Er ist weggefahren. Hoffentlich bleibt er auch lange genug weg. Am besten er kommt erst morgen früh wieder. Ohne ihn ist es direkt angenehm hier. Die meisten sitzen im kleineren Zimmer direkt hinter dem unseren. Man geht sozusagen durch unseres durch, wenn man in dieses Zimmer möchte. Jedenfalls sind die meisten in diesem Zimmer und sehen fern.

Ich schrieb heute wieder einmal mehrere Briefe, darunter natürlich auch einen für meine liebe, süße Maus. (Das Wochenende verbrachte ich wieder einmal bei ihr), die ich nach über 13 Monaten noch immer über alles liebe.

Die meiste Zeit meiner Freizeit verbringe ich mit lesen, etwas anderes kann man hier ja sowieso nicht tun. Es gäbe zwar die Möglichkeit in den Fitnessraum zu gehen, eine Sauna gibt es angeblich auch, aber dazu habe ich überhaupt keine Lust. Der Sport den ich hier während des Dienstes machen muss, muss für die Fitness ausreichen!

Das Arschloch Nr. 1 ist gerade eben zurückgekehrt. Solange er mir nicht auf den Keks geht ist es mir ja auch egal, ob er hier ist oder nicht!

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NL 79 Tage: (Di., 9. März 1999, 117. Tag)

Die Hindernisbahn: Diese kraftraubende, mit den verschiedensten Hindernissen gespickte Bahn mussten wir heute im Trupp (also nicht jeder für sich) bewältigen. Der Großteil der 18 kraftraubenden Hindernisse ist kein Problem. Ungut sind nur die sogenannte "Löwengrube", der "irische Tisch" und eine etwa 2 Meter hohe Wand. Drei Hindernisse ließen wir aus. Das Ganze diente zur Übung für den Gefechtsleistungsbewerb (GLB) den wir in zwei Wochen haben. Ich habe mir diese Hindernisbahn ehrlich gesagt etwas schwieriger und anstrengender vorgestellt. Das es aber nicht so war liegt vielleicht auch daran, dass wir im Trupp unterwegs waren und uns so gegenseitig helfen konnten, oder wie man beim Bundesheer sagt Kameradschaft beweist. Ich hoffe wirklich nur, dass wir diese nie alleine bewältigen müssen oder nur noch ein einziges Mal beim GLB. Da ist diese nämlich gleich die erste Station.

Nach dieser "Übungslektion" an der Hindernisbahn mussten wir dann im Kf-Lehrsaal unter der Aufsicht von unserem Einheits- bzw. Kompaniekommandanten einen Fragebogen ausfüllen. Dieser Fragebogen enthielt Fragen darüber, wie wir mit unseren Ausbildnern, dem Bundesheer allgemein zufrieden sind und wie sinnvoll wir das Militär und ganz speziell unsere Ausbildung finden. Neben den Fragen gab es noch genügend Platz um diverse Beschwerden, Wünsche und Anregungen schriftlich niederschreiben zu können. Für die Fragen selbst gab es vier Antwortmöglichkeiten und zwar "ja", "eher ja", "eher nein" und als vierte Möglichkeit "nein". Im Großen und Ganzen bin ich mit meinen Vorgesetzten zufrieden, es hätte mit Sicherheit schlimmer kommen können! Mit der Ausrüstung, Uniform bin ich auch zufrieden, das Essen, also die Verpflegung geht so halbwegs, obwohl das Essen oft nicht so besonders gut ist, aber genießbar ist es trotzdem. Und die Frage über die ärztliche Versorgung konnte ich nicht beantworten, da ich hier in Melk, noch nie in der Sanitätsabteilung war! Die Rubrik "Sinnhaftigkeit" fiel bei mir ziemlich "schlecht" aus. Eine Frage lautete zum Beispiel, ob ich schon einmal über die Möglichkeit eines Einsatzes im Krieg nachgedacht habe, oder so ähnlich. Nein, habe ich übrigens noch nicht.
Die ganze Befragung läuft natürlich anonym ab, und nur dem Kompaniekommandanten ist es gestattet diese Fragebögen anzusehen. Er wertet diese auch aus und erstellt dazu die dazu passenden Diagramme und Tabellen. Eigentlich sollte eine solche Befragung zweimal während der Dienstzeit und einmal kurz vorm Abrüsten durchgeführt werden.

Am Nachmittag übten wir wieder für den GLB. Diesmal aber nur eine Station, die speziell für uns vom FM-Zug eingebaut wurde. Insgesamt gibt es drei FM-Stationen. Ich war mit drei anderen bei der Station Funken. Dazu gehört: Kfz tarnen, Antenne aufstellen und der Sprechverkehr selbst. Man könnte es auch kurz mit: errichten und betreiben einer Funkstelle bezeichnen. Das ganze soll in einer halben Stunde aufgebaut und betriebsfertig sein. Es ist nicht gerade viel Zeit und daher etwas stressig, dafür ist es nicht so arbeitsintensiv wie die beiden anderen Stationen "Errichten einer Feldvermittlung" und "Feldkabelbau über eine Distanz von einen Kilometer". Für jede Station gibt es Punkte und je nachdem wie gewissenhaft die einzelnen Aufgaben bewältigt wurden gibt es Punkteabzüge. Es kann auch soweit führen, dass es keine Punkte gibt und die Aufgabe als nicht erfüllt gewertet wird. Als Punktemaximum gibt es bei jeder Station 500 Punkte.
So, genug jetzt vom bevorstehenden GLB. Er findet ja erst in zwei Wochen statt und erstreckt sich über zwei Tage.

Anstelle der üblichen "Dienstags-KV" gönnte ich mir heute nach langer Zeit wieder einmal eine köstliche Pizza.

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NL 78 Tage: (Mi., 10. März 1999, 118. Tag)

Vierter Orientierungsmarsch: Diesmal gingen wir von der Kaserne weg. Jeweils zu dritt (insgesamt gab es sechs Trupps). Wir gingen heute nach der Karte. Ein Funkgerät hatten wir (natürlich) auch mit, womit wir jedoch nicht sehr viel anfangen konnten, da es nur bis zu einer Reichweite von etwa 100 Meter (!) funktionierte. Darüber hinaus versagte es. Mit dem Marsch, mit dem Finden der Punkte hatten wir keine Schwierigkeiten. Das Einzige, was unangenehm war, waren die vielen Steigungen und die Marschlänge. So ca. 25 km sind es sicherlich gewesen. Eine große "Hürde" war auch noch das Wetter. Es war ziemlich warm. Das führte auch dazu, dass wir uns schon beim ersten Stützpunkt von der dicken Feldjacke trennten, und sie auf den Feldrucksack schnallten. Bei der Hälfte machte ich dann dasselbe mit der Feldbluse. Wir gingen dann nur mehr mit dem Feldhemd. Apropos Feldrucksack: dieser enthielt auch nur das nötigste, und zwar eine zweite Garnitur Unterwäsche und etwas zu essen. Auf den Rest (Mehrzweckplane, Wasch- und Schuhputzzeug, Essgeschirr, Stahlhelm und Spaten) wurde verzichtet (Natürlich mit Erlaubnis der Ausbildner) Am liebsten hätten wir auch das Gewehr in der Kaserne gelassen, aber dies ging natürlich unter keinen Umständen! Nach etwas mehr als 7 Stunden kamen wir als letzte in die Kaserne zurück. Der Grund für die lange Marschzeit lag daran, dass wir ziemlich oft längere Pausen machten. Verlaufen haben wir uns nicht, wie einige Kameraden meinten. Es war einfach zu warm und deshalb legten wir dementsprechend viele Verschnaufpausen ein. Völlig k.o. und mit schmerzenden Füßen kam ich dann aufs Zimmer, wo ich noch etwas aß und mich danach duschte. Ich hoffe nur, dass dies heute der letzte Orientierungsmarsch, zumindest in dieser Länge war! Mit der Zeit reicht es. Vier Orientierungsmärsche sind doch genug, oder?

Im Zimmer ist es jetzt, nach Dienstschluss auch wieder ruhig. Kein Wunder, die meisten sind ja wieder nach Hause gefahren.

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NL 77 Tage: (Do., 11. März 1999, 119. Tag)

Nach dem gestrigen, etwas anstrengenden Tag war der heutige um so lockerer. Bis auf den Sport, wo wir aber nur Fußball spielten, war heute nicht sehr viel los. Die Stationen für den GLB gingen wir im Zimmer etwas genauer durch, und am Nachmittag "übten" wir eine ziemlich einfache Übung (Station) am WÜPL. Bei dieser Übung ging es darum, eine Strecke vom 50 m mit einem Feldkabel im Tiefbau zu überbrücken, wobei eine leere Kabeltrommel und eine Längenverbindung einzubringen sind. An den Endstellen ist jeweils ein Feldtelefon, welches zuvor überprüft werden musste, anzuschließen. Diese Übung übten wir! Wozu? Wahrscheinlich nur, damit die Zeit verging. Bei dieser Übung kann man nicht sehr viel falsch machen! Die meiste Zeit saßen wir trotzdem herum und genossen das angenehme, warme Wetter.

Eigentlich hätten wir heute, wie fast jeden Donnerstag, eine Nachtübung. Aber die ließen sie aufgrund unserer gestrigen guten Marschleistung ausfallen. (Ich benötigte mit "meinem" Trupp übrigens genau 7 Stunden und 5 Minuten, um etwa 70 Minuten mehr als die Schnellsten. Die Distanz war ca. 25 km). Für die Sieger gab es diesmal keine Extrabelohnung. Sie haben sich also völlig umsonst so angestrengt!

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NL 76 Tage: (Fr., 12. März 1999, 120. Tag)

Wieder habe ich fast eine Woche geschafft. Es ist gerade 13:54 Uhr, und ich versuche seit der Mittagspause, die um 11:15 Uhr begann, die Zeit totzuschlagen. Der Freitag ist immer der "langweiligste Tag", speziell der Nachmittag. Am Vormittag sind wir mit dem Reinigen des FM-Gerätes beschäftigt. Im Prinzip geht es dabei auch um nichts. Einige Geräte etwas abwischen, sinnlos Kabel umspulen und die ganzen FK-Bausätze, die in dieser Woche verwendet wurden auf Vollzähligkeit überprüfen.
So sitze ich nun im Zimmer und warte bis zum Dienstschluss um 16:15 Uhr. Das blöde ist nur, dass ich heute wieder mit dem Zug nach Hause fahren muss, da meine "Mitfahrgelegenheit" heute dienstfrei hat. Dieser fährt aber erst um 17:05 Uhr vom Bahnhof in Melk weg. Also sitze ich noch länger hier und sehe zu, wie langsam die Zeit vergeht. Draußen scheint wieder die Sonne und ich muss die Zeit hier im Zimmer verbringen. Ich langweile mich und habe nichts zu tun. Mit dem Buch, welches ich zurzeit lese, bin ich auch schon fast fertig, acht Seiten habe ich noch übrig. Diese hebe ich mir für die Zugfahrt nach Hause, besser gesagt nach Wels auf. Heute und morgen besuchen mein Schatz und ich wieder einmal ihre Mutter in Wels. Wir waren jetzt schon lange nicht mehr bei ihr, und vor kurzem hatte sie auch Geburtstag. Also wird es wieder einmal Zeit, dass wir sie besuchen!

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NL 73 Tage: (Mo., 15. März 1999, 121. Tag)

Vorüben für den GLB lautet das Ausbildungsprogramm für diese Woche. Heute "übten" wir nach langer Zeit wieder das Anziehen des ABC-Selbstschutzes. Angefangen vom aufsuchen eines geeigneten Platzes, über das Aufsetzen der Schutzmaske bis hin zum Anziehen des Schutzanzuges. Das Ganze sollte nicht länger als fünf Minuten dauern. Beim ersten Versuch reichte diese Zeit bei weitem nicht aus. Da benötigten wir über acht Minuten. Bei den weiteren Versuchen ging es sich dann aber locker aus. Dreimal (zweimal am Vormittag und einmal am Nachmittag) übten wir diesen Schmarren. Beim ersten Versuch lief mir die Schutzmaske total an, so dass ich nicht mehr viel sehen konnte. Die Maske war überhaupt nicht mehr auf mich eingestellt. Beim Scharfschießen in Allentsteig hatten wir ja auch eine Übung, wo wir mit der Schutzmaske schießen mussten. Damals war die Einstellung der Maske noch in Ordnung. Sie lief nicht an. Aber diesmal, ich weiß auch nicht warum, war sie viel zu locker eingestellt. Es kann auch sein, dass ich mein komplettes Traggerüst mit einem anderen Kameraden vertauscht habe, denn, in letzter Zeit kommt es mir eh viel zu locker eingestellt vor.

Die meiste Zeit standen wir aber wieder herum. Zum Schluss haben wir auch noch die "richtige" Reihenfolge bei der Inbetriebnahme der Funkgeräte besprochen und diese in der Praxis durchgemacht. Diese Übung, kommt ebenfalls beim GLB vor. Diese ist aber die lächerlichste und unwichtigste Übung überhaupt. Es geht bei dieser Übung um die "richtige Reihenfolge". Als ob es nicht egal ist, ob ich zuerst die Frequenz einstelle und dann die Batterien einlege, oder zuerst den Handapparat anschließe und dann die Antenne oder umgekehrt? Ist denn hier die Reihenfolge so wichtig? Nein, sicherlich nicht, aber so ist das Bundesheer eben! Da wollte wahrscheinlich wieder irgendjemand ganz besonders wichtig sein und hat sich eine bestimmte Reihenfolge einfallen lassen, nur damit sie irgendwo niedergeschrieben wurde, egal ob diese in der Praxis üblich ist oder nicht! Genau dasselbe gibt es ja auch beim Betreiben einer Feldvermittlung. Da gibt es ja auch für jede Gesprächsanforderungsart einen fixen, von irgendjemanden festgelegten Wortlaut, an den man sich halten soll. Da heißt es zum Beispiel nicht "ich verbinde", sondern "ich rufe". Sagt man etwas anderes, bekommt man gleich eine auf den Deckel. Dies war jetzt nur ein kleines Beispiel. Beim Sammelgespräch, wo also mehrere gleichzeitig miteinander sprechen gibt es einen fixen (umständlichen) Ablauf wie man diese Teilnehmer miteinander verbindet. Ob diese Vorgehensweise sinnvoll ist oder nicht ist hier, in der Theorie völlig unwichtig. Sie ist eben so! Und daran hat man sich eben zu halten.

Das Monatsgeld bekamen wir heute auch wieder, und ein neues Buch kaufte ich mir ebenfalls.

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NL 72 Tage: (Di., 16. März 1999, 122. Tag)

Der heutige Tag war bis auf die Hindernisbahn wieder einmal ganz locker. Das Ziel für die Hindernisbahn lautet: Diese unter 12 Minuten zu bewältigen. Mit "meinem" Trupp benötigte ich etwas unter 8 Minuten. Danach war ich aber völlig außer Atem und benötigte wieder Zeit zum Erholen. Im Trupp sind die einzelnen Hindernisse nicht besonders schwierig, man hilft sich ja gegenseitig. Kraftraubend und anstrengend sind sie aber trotzdem! Zur HiB (=Hindernisbahn) gibt es nichts Besonderes zu sagen.

Nach der Pause (bis 10 Uhr, also über eine Stunde) bauten wir im Zimmer zwei Feldvermittlungen mit je drei Feldtelefonen auf und übten die verschiedenen Formen wie eine Verbindung von einem Teilnehmer über die Vermittlung zu einem anderen Teilnehmer zustande kommen kann. Angefangen vom einfachen bis zum etwas komplexen Sammelgespräch, wo mehr als zwei gleichzeitig miteinander kommunizieren können. Das machten wir den gesamten restlichen Tag. Was mich dabei wieder total am Keks ging war, dass, sobald ich einen Fehler machte ich vom "wichtigen" Arschloch zur Sau gemacht wurde. Wir können uns gegenseitig nicht leiden. Aber trotzdem. Es machten alle genügend Fehler, auch er, niemand konnte den Vermittlungsdienst so richtig. Aber bei mir regte er sich immer auf. Mittlerweile nehme ich ihn auch nicht mehr ernst. Soll er sich doch wichtig machen. Er ist nun einmal ein Arschloch und auf mich hat er es ganz besonders abgesehen. Und da heißt es, dass es beim Bundesheer noch Kameradschaft gibt. Wir sind da aber noch weit entfernt. Zumindest bei ihm und bei ein paar anderen. Aber die sind mehr oder weniger nur "Mitläufer". Die sind nur ungut wenn ihr "Anführer" hier ist. Wenn er Dienstfrei hat, dann ist es hier ganz angenehm.

Zurzeit, es ist gerade etwas nach 19 Uhr, läuft das x-te (216te) Wiener Derby im Fernsehen. Ich sehe es mir nicht an. Erstens habe ich keine Lust dazu und zweitens interessiert es mich auch nicht. Gerade eben hört man die, die sich das Spiel ansehen, durch die Gegend plärren. Ein Tor ist nicht gefallen, aber die Chance dazu war ziemlich groß. Wie die größten Idioten schreien sie nun herum. Und tun so als seien sie wahre Fußballexperten. Sie glauben sie könnten es besser als die Spieler.
Bin ich froh wenn ich diese Idioten nicht mehr zu Gesicht bekomme. Noch sind es 72 Tage. Aber dann bin ich sie endlich los und sehe sie hoffentlich nie wieder!

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NL 71 Tage: (Mo., 17. März 1999, 123. Tag)

Zum heutigen Tag gibt es nichts besonderes zu sagen. Wir hatten eine ziemlich lockere Funkübung, bei der nichts außergewöhnliches passiert ist. Eine ganz normale, lockere und alltägliche Funkübung.

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NL 70 Tage: (Do., 18. März 1999, 124. Tag)

Wasserausbildung: Eine Station beim nächstwöchigen GLB besteht darin die Donau mit einem Pionier-Ruderboot zu übersetzen. Also von einer Seite zur gegenüberliegenden, ohne aber dabei abzutreiben. Das übten wir heute den ganzen Tag. Das Rudern selbst ist nicht besonders schwierig. Es geht nur ordentlich in die Arme. Es ist ziemlich anstrengend. Damit alle im Takt rudern gibt es dafür ein eigenes Kommando: es lauten schlicht und einfach "und". Also hört man den Kommandanten ständig "und", "und", "und", "und", "und", "und", "und", "und", "und", "und", ... rufen, was für einen Außenstehenden vielleicht lustig klingt oder aussehen mag. Zuerst ruderten wir einfach nur so in der Gegend herum. Nur so zum Üben. Am Nachmittag wurde es dann "ernst". Da überquerten wir dann insgesamt viermal die Donau. Zweimal hinüber, und natürlich auch zweimal wieder zurück. Das war schon anstrengend genug, aber leider noch nicht alles.
Nachdem wir das zweite Mal hin und wieder zurück ruderten ließen uns unsere Ausbildner ein ziemlich langes Stück Flussabwärts fahren. Das war ja noch ganz angenehm. Da hatten wir nicht viel zu tun, da nahm uns sozusagen die Strömung mit. Aber zurück sah dann die Sache wieder ganz anders aus. Stückchenweise ruderten wir uns "einen Ast ab". Da kamen wir kaum vom Fleck. Und dann gab es wieder Abschnitte, wo wir ein ordentliches Tempo drauf hatten. Diese Fahrt zum Anlegeplatz zurück war die anstrengenste. Das ging ziemlich in die Arme.
Endlich, endlich sind wir am Ziel und haben es geschafft.

Einer von uns hatte während sich die anderen einen Ast abruderten Telefondienst. Beim "Hafen", wo die Boote sind, befindet sich ein Postanschluss. An diesen wurde ein Feldtelefon angeschlossen. Somit herrschte eine Telefonverbindung zur Kaserne. Darüber hinaus bestand auch noch eine Funkverbindung zwischen dem, der Telefondienst hatte, und dem, der die Wasserausbildung (Ruderausbildung) leitete. Während die anderen Kameraden die Boote vorbereiteten und die ersten Runden drehten, war ich mit dieser Aufgabe beschäftigt. Als sie jedoch außer Sichtweite waren fing ich zu lesen an. Das Buch, welches ich gerade lese, habe ich ja genau für solche Fälle ständig bei mir in der Jackentasche. Erlaubt ist das glaube ich nicht. Scheiß darauf habe ich mir gedacht. Eine Sitzgelegenheit gab es auch, die so halbwegs versteckt lag. Wenn ich schon längere Zeit, mehr oder weniger sinnlos herumsitze, dann lese ich wenigsten, damit die Zeit etwas schneller vergeht.

Nach Dienstschluss legte ich mich ins Bett und schlief mich ein wenig aus. Ich war vom Rudern total k.o.

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NL 69 Tage: (Fr., 19. März 1999, 125. Tag)

Zur Abwechslung gab es heute wieder einmal einen Blutspendetag. Also stand ich nach dem Sport (Hindernisbahn) ziemlich lange in der Warteschlange um mein Blut abzugeben. Der Ablauf war genau derselbe wie beim letzten Mal (am 18. Dezember 1998). Zuerst der Fragebogen, dann wieder warten, dann Blutgruppenbestimmung und die eigentlich Blutabnahme. Auch diesmal ging es mir dabei sehr gut. Mir wurde nicht schwindlich. Wozu die neuerliche Blutgruppenbestimmung gut sein soll weiß ich auch nicht. Weil mir beim Warten, ich stand sicher, ohne Übertreibung, 1 Stunden in der Schlange, so langweilig war "spielte" ich ein bisschen mit dem Fragebogen. Spielen ist vielleicht etwas übertrieben. Ich rollte es ein paar Mal zusammen. Es sah dann natürlich auch dementsprechend verknittert aus. Als ich es dann dem Typ gab, der es überprüfte regte er sich darüber auf, warum ich es denn so verknittert habe. Es sei wie ein Dokument zu behandeln, meinte er. Ich sagte nichts darauf.
Dann lag ich auf der Pritsche und ließ mir das Blut abnehmen. Bis auf den Stich beim Einführen der Spritze merkte ich nichts. Ich hatte keine Schmerzen. Mir ging es gut.
Nach der "Erholungspause", es gab wieder jede Menge Coca Cola zur freien Entnahme, hatten wir dann alle (die zur Stabskompanie gehörten) Dienstschluss. Auch jene die nicht zum Blutspenden durften, deren Blut sie aus welchem Grund auch immer nicht wollten.

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NL 66 Tage: (Mo., 22. März 1999, 126. Tag)

Tja, das Wochenende ist leider wieder vorbei. Es ist wie immer wieder viel zu schnell vergangen.
In Amstetten (eine dreiviertel Autostunde von Melk entfernt) hatten wir, die Stabskompanie, die erste Station des Gefechtsleistungsbewerbes (kurz GLB), sozusagen die erste Station des Abschlussbewerbs, nämlich das Scharfschießen. Jeder Trupp (wir waren insgesamt acht Trupps) bekam 40 "scharfe" Patronen, die beliebig auf die Schützen aufgeteilt werden konnte. Die einzige Bedingung war, dass jeder von uns mindestens drei Patronen bekam. Die restliche Munition konnte beliebig aufgeteilt werden. Wir, also unser Trupp einigten uns darauf, dass jeder gleich viele Patronen bekam. Ich und ein anderer sechs und die restlichen vier je sieben Patronen. Bevor wir zum Schießplatz durften, mussten wir noch ein Stück bergauf laufen. Damit diese Station etwas "schwieriger" wird. Damit man schon nach dem Laufen etwas außer Atem ist. Die Zeit vom Laufen bis dass jeder all seine Schüsse abgefeuert hat wurde auch gemessen, und dafür gab es auch Punkte. Für jeden Treffer gab es fünf Punkte dazu, und für jeden Fehlschuss wurden fünf Punkte abgezogen. Insgesamt konnte man bei dieser Station 300 Punkte erreichen. Bleibt also nur mehr zu sagen, wie viel ich getroffen habe. Na ja, berauschend war meine Schussleistung nicht. Von den sechs möglichen traf ich, lediglich einen einzigen. Insgesamt erreichten wir 146 Punkte. Damit liegen wir auch im Mittelfeld, und haben eine gute Ausgangsposition für morgen, wo dann der eigentliche Marsch beginnt.

Am Nachmittag wurden wir dann noch einmal ausführlich über den GLB belehrt.

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NL 64 Tage, der GLB: (Mi., 24. März 1999, 128. Tag)

Geschaft! Die Anstrengungen und Qualen haben nun hoffentlich ein Ende. Der GLB (=Gefechtsleistungsbewerb) ist fast vorbei. Die letzte Station findet morgen statt. Diese Station ist aber nur mehr rein der Form halber.
Nun zum gestrigen Tag. Mit der Hindernisbahn fingen die Qualen an. Diese kraftraubende, "unmenschliche" Bahn war also der Anfang von diesem total unnötigen, völlig sinnlosen GLB. Schon nach dem zweiten Hindernis, dem Robben, war ich völlig k.o. und am Ende. Die "Schlangengrube" ging gerade noch. Beim Schwebebalken benötigte ich dann aber schon einen zweiten Versuch. Über den gefürchteten "irischen Tisch" wurde ich dann mit der Räuberleiter emporgehoben. Bei diesem Hindernis halfen wir kameradschaftlich zusammen. Ebenso bei der "Löwengrube" und bei der Wand. Bei den restlichen Hindernissen hatte ich mit der Bewältigung keine Probleme, nur dass ich eben schon ziemlich mit meinen Kräften am Ende war, und ich mich mit meinen letzten Reserven über diese Hindernisse quälte. So ca. 7 Minuten benötigten wir für diese "mörderische" Strecke. Nach diesen gewaltigen Anstrengungen gaben uns dann die Ausbildner eine ausführliche Pause zum Regenerieren, bevor sie uns zur nächsten Station marschieren ließen. Das erste Teilstück war das gemütlichste von allen. Wir gingen "nur" bis zur Donau. Das Übersetzen der Donau mit einem Pionier-Ruderboot war die Aufgabe dieser Station. Es klappte eigentlich eh ganz gut. Kein Wunder, einer der Ausbildner übernahm auch die Rolle des Steuermanns. Gerudert wurde übrigens ohne Rückengebäck, also nur im Dienstanzug. Wichtigerweise mussten wir das Gewehr in ein anderes Boot legen. Wozu diese Aktion gut war kann ich nicht sagen. Meine haben sie anscheinend irgendwo in den Schlamm gelegt. Als ich es auf der anderen Donauseite wieder bekam sah es jedenfalls danach aus!
Marschiert sind wir übrigens mit einem etwas modifiziertee KAZ2. Der "kleine" Rucksack enthielt nur das nötigste, eine zweite Garnitur, den Regenschutz und das Essgeschirr. Der Rest (Schlafsack, die Unterrollmatte, das zweite Paar Feldschuhe, und noch einige andere Dinge wurden in den "großen Feldrucksack" eingepackt. Dieser wurde uns mit einem Heeres-Lkw nachgeliefert. Soweit also zu Packordnung. Nachdem das Rudern erledigt wurde, ging es dann ernsthaft mit dem Marschieren los. Das Teilstück zwischen Kaserne und der Ruderstation ist ja kaum erwähnenswert, zumindest im Vergleich dazu was uns noch bevorstand. Mit den Höhenmetern haben sie wirklich nicht übertrieben. Einen Berg hinauf, und wieder hinunter. Schlimmer als jeder Orientierungsmarsch, welche wir bisher hatten. So schlimm und anstrengend wie diesmal war es noch nie. Mir fehlen dazu die passenden Worte um das zu beschreiben. Anstrengend ist dafür noch ein ziemlich mildes Wort. Vom Wetter her war es nicht so schlecht, obwohl ich nach einer Weile schon die Feldjacke auszog und auf den Rucksack hängte.
Im Wald verloren wir dann kurz die Orientierung, und gingen auf gutes Glück weiter. Aufgrund einer charakteristischen Waldlichtung fanden wir uns dann wieder zurecht und gingen in die nächste Ortschaft, wo auch schon die nächste Station auf uns wartete. Die erste Station, die sich rein nur auf FM-Dienst bezog. Und zwar ging es hier nur darum, zwei verschiedene Funkgeräte in der "richtigen (!)" Reihenfolge für den Betrieb vorzubereiten, und anschließend einen so genannten Eröffnungsanruf durchzuführen. Es waren im Prinzip 100 "geschenkte" Punkte. Sehr viel konnte man hier nicht falsch machen. Die anderen, die nicht zum FM-Zug gehören, mussten hier die Waffe, das Sturmgewehr, zerlegen und wieder zusammenbauen. Auf Zeit versteht sich. Je nachdem wie schnell sie waren, so viele Punkte bekommen sie hier.
Eine Pause machten wir auch. Durch das im Wald bergab gehen rieben sich meine Füße ein wenig in den Schuhen. Die Ferse hatte ich zwar, bevor wir marschierten, mit Leukoplast abgeklebt. Aber bei den Zehen hatte ich darauf verzichtet. Ich bekam beim Gehen, auch über längere Distanzen, noch nie Blasen. Ab und zu wurde die rechte Ferse ein wenig rot, aber mehr nie. Ich klebte mir meine Füße nur deshalb ab, weil es diesmal eine lange Strecke ist, und das Ganze über zwei Tage geht. Also klebte ich in der Pause auch noch die Zehen ab. Danach marschierten wir wieder weiter. Und wieder einen Berg hinauf, und auch wieder hinunter. Wieder war es total anstrengend. Es war auch etwas länger, und durch den Wald ging es ebenfalls. Bäche mussten diesmal auch überquert werden, was aber kein so großes Problem war!
So um die Mittagszeit kamen wir dann bei der nächsten Station an. Es war wieder eine FM-Station. Diesmal hatten wir die Aufgabe eine Kabelverbindung herzustellen. Also zwei Kabel miteinander zu verbinden. An den beiden Enden schlossen wir je ein Feldtelefon an, welche wir zuvor noch überprüfen mussten. Klingt ziemlich einfach, oder? Um ehrlich zu sein, ist es das auch. Es waren wieder 100 geschenkte Punkte. Die anderen, nicht FM-Trupps mussten hier die Handgranate (eine Übungshandgranate) in ein Ziel werfen. Je nachdem wie nahe sie dem Ziel waren, desto mehr Punkte konnten sie gewinnen.
Als uns die Ausbildner die Koordinaten für die nächste Station gaben trauten wir unseren Augen nicht. Es war mit Abstand die längste und, von den Höhenmetern gesehen, die anstrengenste Distanz. Es stellte die übrigen weit in den Schatten. Es gab Stellen, da war ich schon fast soweit, dass ich nicht mehr konnte. Ich überwand aber trotzdem den "inneren Schweinehund", wie man so schön sagt, und lies mir nichts anmerken. Ich marschierte weiter, wenn auch ziemlich langsam. Nachdem wir dann die erste Steigung bewältigt hatten und wir eben dahin gingen freute ich mich schon darauf das Ärgste überstanden zu haben. Aber denkste, kurze Zeit später, kam schon die nächste anstrengende Steigung. Wieder war ich knapp davor alles wegzuschmeißen. Mit genügend Pausen und einem ziemlich langsamen Tempo schaffte ich es auch, während die anderen auf mich warteten. Ab dann ging es nur mehr bergab zur nächsten Station. Hier ging es dann darum, Wunden sachgerecht zu verarzten. Und zwar mussten wir einen Druckverband und eine Schienung herstellen. Es waren wieder leicht verdiente Punkte.
Und weiter ging es, zur letzten Station des ersten Tages, für die es jedoch keine Punkte gab. Unser Nachtlager, also das Zelt mussten wir hier aufstellen. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten, keiner von uns wusste so recht wie man es aufbaut, bekamen wir auch das Zelt zum stehen. Es sah aus wie ein Indianerzelt. Ein rundes, spitzes Zelt. In der Mitte stand ein Ofen. Das Ofenrohr diente einerseits zur Rauchabfuhr, und andererseits gab es dem Zelt die Stabilität und die Form.

Nach einem warmen Abendessen, welches andere für uns zubereiteten, holten uns die Ausbildner erneut aus dem Zelt. Der Major höchst persönlich sprach zu uns. Wie zufrieden er mit unserer Marschleistung ist. Er erhöhte außerdem die "Prämie" für den Gewinnertrupp auf zwei Tage dienstfrei. Ob das ernst zu nehmen war kann man nicht genau sagen. Er war etwas angetrunken. Was mich auch überraschte war, dass er jedem von uns ein Bier erlaubte, er es sogar selbst besorgte. Und dass, obwohl wir ja eigentlich noch im Dienst waren. Na ja, dass mit dem Dienst kann man sehen wie man will. Immerhin durften wir ja schon schlafen gehen, Von dem Bier, welches wir uns aber selber bezahlen mussten, machte ich nicht Gebrauch. Ich ging ins Zelt zurück, telefonierte mit meinem Schatz, richtete meine Schlafstelle her und versuchte dann zu schlafen. Für das Feuer sorgte die Arbeitsgruppe, die auch für das Essen verantwortlich war. Eigentlich hätten wir uns das Essen selber zubereiten sollen, wenn man nach den "GLB-Bestimmungen" geht!
Ich schlief eigentlich ganz gut, obwohl der Boden ziemlich hart war. Die Unterlagsmatte half dagegen auch nicht sehr viel.

Früh am Morgen, nach einem ganz "normalen" Frühstück ging es dann weiter. Zuerst marschierten wir ein Stück, und dann ließ ich mich etwa einen Kilometer weit tragen. Nein, nein, ich habe mich nicht verletzt. Das gehört alles zum GLB. Da ich vom Trupp der leichteste war, hatte ich eben das Glück, auf einer Behelfstrage (diese besteht aus 2 Holzstangen und 2 bis 3 Feldjacken) getragen zu werden. Dafür trug ich dann das lästige Funkgerät, welches wir ebenfalls "mitschleppen" mussten, obwohl wir es kein einziges Mal benötigten, und jeder Trupp, und die Ausbildner ein oder mehrere Handys besaßen.
Von der Distanz her, hatten wir den größten Teil schon gestern zurückgelegt. Dafür war die heutige Distanz noch anstrengender, noch ein steilerer Berg als gestern, Auf knapp unter 1000 Meter Seehöhe jagten sie uns. Was sich die Übungsleitung bei der Auswahl der Marschstrecke gedacht hat möchte ich nicht wissen! Wahrscheinlich gar nichts! Anders kann ich mir diese Aktion nicht erklären. Also kämpften wir uns ins "Gebirge". Es blieb uns ja auch nichts anderes übrig. Zu der Anstrengung kam auch noch das Gejammer eines Kameraden. Es verging keine Minute, wo er sich nicht über das hier aufregte. Schnee lag auch noch ausreichend, zumindest oben am Berg, was das marschieren zusätzlich noch erschwerte. Auf der anderen Seite ging es dann wieder hinunter.
Bei der nächsten Station, der ABC-Angriff-Station lief dann alles schief. Das Ziel war, den ABC-Schutzanzug und zuvor natürlich die ABC-Schutzmaske, in einer Zeit unter 5 Minuten anzuziehen. Was passierte mir. Die Schutzmaske saß bei mir nicht ordentlich und lief daher völlig an. Ich konnte nicht mehr viel sehen. Daher brauchte ich auch ziemlich lange bis ich im Schutzanzug war. Als "Belohnung" bekamen wir nichts. Ich benötigte weit mehr als 5 Minuten, und daher gab es auch keine Punkte für uns. Die Trupp-Kameraden waren auf mich angefressen und sauer. Aber was sollte ich denn machen? Es war nun mal geschehen und ändern ließ sich sowieso nichts mehr! Ich nahm es nicht so schwer.
Der Rest vom Marsch, und die letzte Station, wo wir über einige taktische Zeichen und über Heereskunde befragt wurden, waren dann nur mehr das Tüpfchen auf dem i.
Erleichtert, und von den Qualen kaum eine Spur ging es dann ins Ziel, wo wir auf den nächsten Trupp warteten. Erst dann ging es mit einem Heeres-Lkw zurück in die Kaserne, wo wir nach einer Pause und einer angenehmen Dusche erst einmal die gesamte, verschmutzte Ausrüstung reinigen mussten. Überprüft wurde es aber dann doch nicht, obwohl eine Visite angekündigt wurde.

Die meisten sind wieder nach Hause gefahren und ruhten sich im eigenen Bett aus. Ich dagegen blieb, wie immer, in der Kaserne.

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NL 63 Tage: (Do., 25. März 1999, 129. Tag)

Die letzte Station unseres GLB war eine Fernmeldespezifische. Und zwar mussten wir 1 km Feldkabel verlegen. Bei dieser Abschlussstation gab es keine größeren Probleme. Kleinigkeiten übersahen wir, und so bekamen wir nur 475 Punkte von den maximal erreichbaren 500. Alle Stationen zusammengezählt und dazu noch die reine Marschzeit dazugezählt ergab für uns das "silberne GLB-Abzeichen". Aber was viel wichtiger ist einen ganzen und einen halben Tag dienstfrei. Das Abzeichen bedeutet mir nichts, von dienstfreien Tagen habe ich mehr! Die anderen beiden FM-Trupps erreichten jeweils das goldene Abzeichen.

Ich verstehe es ja wenn die Kameraden von meinem Trupp böse und sauer auf mich sind. Immerhin ist es ja zum größten Teil meine Schuld, dass wir nicht auch das Goldene erreicht haben. Beim Schießen war ich mit nur einem Treffer mit Abstand der Schlechteste, und bei der ABC-Station war es auch meine Schuld dass wir bei dieser Station keine Punkte bekamen. Aber mich lässt das ganze trotzdem völlig kalt. Sollen sie doch über mich lästern, oder mich für einen Idioten halten. Ich bin nun mal körperlich nicht so gut drauf wie die meisten anderen!

Unsere Ausbildner waren anscheinend mit unserer Leistung zufrieden. Unser Zugskommandant spendierte uns eine Kiste Bier, die wir noch im Leersaal lehrten. Für mich war es übrigens das erste Bier seit ich hier beim Bundesheer bin. Damit tanze ich wahrscheinlich völlig aus der Reihe, denn es gibt wohl kaum jemanden, der genauso wenig während der Bundesheerzeit trank. Hier, speziell im Soldatenheim, wird ja ausreichend Bier bzw. Alkohol konsumiert. Ab und zu auch (heimlich) im Zimmer. Ausnahmen sind nur die Wochen vor den Abrüstertermin. Während dieser Zeit ist es den Soldatenheim strengstens verboten Alkohol auszugeben. Aber sonst wird hier reichlich gesoffen.

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NL 62 Tage: (Fr., 26. März 1999, 130. Tag)

Aufgrund der guten Leistung beim GLB bekamen wir vom FM-Zug schon um 12:15 Uhr dienstfrei. Nach Hause kam ich aber erst um 16:20 Uhr. Der Grund dafür ist die schlechte Zugverbindung zwischen Linz und Melk.
Am Vormittag hatten wir das FK-Baugerät, welches wir gestern für die letzte Station des GLB benötigten, ein bisschen gereinigt und auf Vollzähligkeit überprüft. Den restlichen Vormittag hatten wir Pause.

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NL 60 Tage: (So., 28. März 1999, 131. Tag)

Heute habe ich zum ersten Mal eine Bereitschaft. Dafür musste ich extra den gesamten Sonntag opfern, was mir nicht gerade leicht fiel. Mein Schatz begleitet mich bis zur Kaserne. Sie fuhr extra mit mir im Zug mit, und mit dem nächsten Zug nach Wels zu ihrer Mutter. In der Kaserne packte ich noch die restlichen Sachen und um 12:40 trat ich dann zum Dienst an. Durch den OvT (Offizier vom Tag) wurden wir belehrt. "Gearbeitet" haben wir bisher noch nichts und werden auch nichts mehr tun. Normalerweise kehrt die Bereitschaft den Kasernenhof oder den Platz vor dem Wachgebäude. Das Soldatenheim und der Speisesaal werden auch von den Bereitschaftssoldaten gereinigt. Aber heute scheint es anders zu sein, na ja, es ist auch Wochenende, das Soldatenheim hat geschlossen und im Speisesaal tut sich auch nicht viel.

Nun sitze ich zusammen mit einem anderen aus meinem Zimmer hier und versuche die Zeit totzuschlagen. Ich habe mir einiges zum Lesen mitgenommen und ein paar Briefe muss ich auch noch schreiben. Einen Rätselblock habe ich hier im Zimmer ebenfalls gefunden. Damit bin ich ein wenig beschäftigt.

So gegen 17:30 kam der Charge vom Tag ins Zimmer und fragte ob wir eine Pizza von der Pizzeria wollten. Eine halbe Stunde später bekamen wir sie dann und aßen sie noch als lauwarme auf. Sonst tut sich hier nichts Besonderes. Zwei Videos habe ich mir auch mitgenommen, aber zum Ansehen habe ich keine Lust.

Mittlerweile ist es schon 22 Uhr. Irgendwie ist die Zeit, im Nachhinein betrachtet, ziemlich schnell vergangen. Zwei Stunden muss ich noch irgendwie hinter mich bringen, obwohl ich schon ziemlich müde bin. Ab 24 Uhr darf ich dann schlafen gehen. Ich darf zwar jetzt auch schon ins Bett gehen, muss aber im Dienstanzug bleiben. Erst ab 24 Uhr darf ich mich umziehen und auch die Schuhe ausziehen.

Wozu ich hier bin bzw. wozu es die Bereitschaft gibt? Na ja, ich bin hier damit ich eben hier bin. Für den Fall dass etwas unvorhergesehenes passiert. Es muss ja nicht unbedingt ein Krieg ausbrechen. Es reicht schon, wenn etwas passiert zum Beispiel ... mir fällt zwar nichts ein, aber es gibt sicher ein paar Dinge die passieren könnten!

Die letzten zwei Stunden schaffte ich auch noch. Irgendwann zwischen 23:30 und 24:00 schlief ich jedoch mit den Feldschuhen ein. Kurz nach Mitternacht wachte ich aber auf und befreite mich von der Schuhen. Die Feldbluse zog ich ebenfalls aus. Mit dem "restlichen" Dienstanzug ging ich dann aber wieder ins Bett. Ich hatte keine Lust mich umzuziehen und zu müde war ich außerdem. Mit dem Dienstanzug schläft es sich auch ganz gut, speziell wenn man ziemlich müde ist.

Im Nachhinein betrachtet war die Bereitschaft ganz in Ordnung. Natürlich ist es ein langweiliger und blöder Dienst, speziell am Wochenende, aber dieser Dienst ist immer noch besser als der Charge-vom-Tag-Dienst. Dieser ist noch öder. Als Bereitschaftssoldat habe ich wenigstens die Möglichkeit fernzusehen bzw. mich frei im Zimmer bewegen zu dürfen, was als Charge vom Tag nicht möglich ist. Dieser hat seinen bestimmten Platz und dort muss er seinen Dienst versehen.

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NL 59 Tage: (Mo., 29. März 1999, 132. Tag)

Meine Kameraden aus meinen Zimmer haben mir noch nicht verziehen, dass ich beim GLB eine schwache Leistung zeigte. So machen sie sich über mich lustig, gehen mir auf die Nerven. Sie glauben sie sind etwas Besseres und haben hier das Sagen. Sie glauben, sie sind besonders wichtig und können herum kommandieren und sich aufführen wie die großen Bosse.

In der Fitnesskammer (Kraftkammer) waren wir heute anstelle des Sports. Die Geräte die sie dort haben sind zwar nicht besonders erwähnenswert, aber für das Bundesheer reicht es alle Mal aus. Wenn man bedenkt, dass es aus privaten Mitteln von irgendwelchen Offizieren oder Unteroffizieren stammt, ist es mehr als ausreichend.

Umzugstag war heute auch noch. Die Hälfte aus dem Zimmer, jene die zur 1. Kompanie zurückkehrten, verließen uns heute. Wir, die bei der Stabskompanie blieben ziehen höchst wahrscheinlich nächste Woche in ein anderes Zimmer um. Wozu diese Aktion gut sein soll weiß ich auch nicht. Man wird sich schon etwas dabei gedacht haben!

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NL 58 Tage: (Di., 30. März 1999, 133. Tag)

Achtundfünfzig Tage muss ich noch überstehen. Ab dann habe ich wieder ein "normales" Leben. Ich bin nun einmal so wie ich bin, und zur Zeit habe ich wieder einmal ein Phase, wo mich überhaupt nichts interessiert und wo ich zu nichts Lust habe, nicht einmal zum Lesen, was das einzige ist, was ich hier, während der dienstfreien Zeit wirklich tun kann. Seitdem die anderen aus dem Zimmer ausgezogen sind bin ich sozusagen der "Sündenbock", der für alles verantwortlich gemacht wird, der alles für die anderen erledigen soll, wo sie sich aber gründlich getäuscht haben, ich bin doch nicht ihr "Arsch vom Dienst". Es sind nicht alle so, zumindest zeigen sie es nicht so. Wer weiß was sie hinter meinen Rücken schlechtes über mich reden. Aber das kümmert mich auch nicht. Was ich nicht höre oder weiß, macht mich auch nicht heiß! Einer hier ist ein richtiger Mitläufer. Wenn das Arschloch Nr. 1 hier ist, dann glaubt er, er kann auch den großen Chef spielen und herum kommandieren. Hat das Ober-Arschloch aber dienstfrei (was ziemlich oft vorkommt), dann hält er sich zurück und ist relativ "normal".

Am Nachmittag waren wir wieder in der Kraftkammer, wo ich die ganze Zeit am "Fahrrad" war. Dieses "Folterding" ist für mich noch das angenehmste. Denn Rad fahren tue ich schon ganz gerne, wenn auch ziemlich selten. Ich hoffe nur, dass wir nicht mehr allzu oft in die Folterkammer gehen, denn Lust dazu habe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Es ist aber trotzdem immer noch besser als eine Kraftwerksrunde zu laufen!

Das ganze Bundesheer geht mir schon so auf den ..., ich kann das Abrüsten schon gar nicht mehr erwarten. Das kürzen des "Lagebandes" ist jeden Tag wieder ein GenuSS. Zuzusehen, wie es kürzer und immer kürzer wird.

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NL 57 Tage: (Mi., 31. März 1999, 134. Tag)

Sport, Sport, wo soll das noch hinführen. Dreimal hintereinander hatten wir jetzt jeden Tag Sport. Heute liefen wir zur Abwechslung wieder einmal eine Kasernenrunde. Das Tempo war nicht besonders schnell, ziemlich gemütlich. Dafür lief ich zum ersten Mal durch. K. o. war ich nach dem Laufen auch nicht. Nach ein paar Dehnungsübungen spielten wir noch ein lockeres Fußballspiel. Ich natürlich wieder im Tor.
Sonst war, außer, dass wir den "Neuen" vom FM-Zug am Nachmittag das Aufstellen des Abspannbockes zeigten, nichts besonderes los.
Ein bisschen suderten meine Zimmerkameraden wieder über mich und machten mich zur Sau, aber das ist mittlerweile nichts mehr Neues. Mir tut es auch nicht weh, ich nehme es auch nicht persönlich, es geht mir so am ... vorbei!

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Autor: Buchgeher Stefan
Erstellt: 27. September 2003
Letzte Änderung: 25. Oktober 2004