Bundesheer (Tagebuch)
(Mo., 28. September 1998 bis Do., 27. Mai 1999)


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Vierter Monat
(Mo., 4. Jänner 1999 bis Fr., 29. Januar 1999)

71. Tag 75. Tag 79. Tag 85. Tag 89. Tag
72. Tag 76. Tag 80. Tag 86. Tag 90. Tag
73. Tag 77. Tag Scharfschießen in Allentsteig 87. Tag  
74. Tag 78. Tag 84. Tag 88. Tag  

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71. Tag: (Mo., 4. Jänner 1999)

MG-Ausbildung: Eine neue Waffe lernten wir heute genauer kennen. Nach dem Sturmgewehr und der Handgranate nun das Maschinengewehr. Zuerst machten wir den ganzen theoretischen Kram. Also die allgemeine Beschreibung dieser Waffe, die technischen Daten und die Hauptteile bzw. das Zubehör. Dann ging es an die praktische Ausbildung. Sicherheitsüberprüfung (ähnlich wie beim Sturmgewehr), zerlegen in die Hauptteile bzw. zur Hauptreinigung auseinander nehmen. Das ergibt eine schöne Anzahl von Einzelteilen. Nicht so wie beim Sturmgewehr, wo es nur ein "paar" Teile sind. Beim Maschinengewehr sieht die ganze Sache ganz anders aus. Aber nach ein paar Mal zerlegen und wieder zusammenbauen hat man auch hier den Dreh schnell heraus. Apropos zerlegen und zusammenbauen. Das haben wir heute auch ziemlich oft gemacht. Zwar nicht so oft wie bei beim Sturmgewehr während der ABA, aber doch so oft, dass das Zerlegen und Zusammenbauen absolut kein Problem mehr ist. Die Namen der einzelnen Teile habe ich mir nicht gemerkt. Was soll’s, vom Sturmgewehr weiß ich auch nur mehr wie die Hauptteile heißen. Beim Maschinengewehr heißen sie auch so ähnlich. Nach der Ausbildung fragt eh kein Mensch mehr danach.
Diese MG-Ausbildung machen nur wir vom Fernmeldezug. Warum das so ist weiß ich auch nicht. Es ist mir ehrlich gesagt auch ziemlich egal! In ca. 2 Wochen fahren wir Scharfschießen. Da werden wir dann auch mit diesem Gerät einige Patronen sinnlos durch die Gegend ballern.

Im Großen und Ganzen war das heute ein lockerer Tag. Warum konnte die Ausbildung am Sturmgewehr während der ABA nicht auch so locker sein? – Ich habe die "harte" Zeit, die ABA, jetzt eh schon hinter mir. Im Gegensatz zu den Neuen, die heute eingerückt sind. Für die beginnt erst die ganze Ausbildung. Wenn ich an die ersten Tage zurückdenke bin ich froh, dass ich die ABA hinter mir habe. Mehr gibt es dazu eh nicht zu sagen! Aber ich weiß nur wie es in Kirchdorf war. Hier in Melk sieht es wahrscheinlich wieder ganz anders aus. Aber trotzdem, Grundausbildung ist Grundausbildung. Egal in welcher Kaserne. Aber sie werden es ja eh selber erleben. Ich wünsche ihnen jedenfalls viel "Spaß" dabei. Ich bin jedenfalls froh, dass ich diesen Quatsch hinter mir habe und das es jetzt viel, viel lockerer zugeht, so wie heute.

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72. Tag: (Di., 5. Jänner 1999)

Schwimmen war heute am Vormittag angesagt. Dazu fuhren wir in ein nahe gelegenes Hallenbad. Die Fahrt dauerte so zwischen einer halben und einer dreiviertel Stunde. Während die eine Hälfte im Hallenbad war spielten die anderen Volleyball. Eine Turnhalle gab es hier nämlich auch. Zum Schwimmen selbst gibt es nicht viel zu sagen. Wir konnten schwimmen wie wir es wollten. Hatte jemand keine Lust zum Schwimmen, machte es auch nichts. Es war keine Pflicht zu schwimmen. Die meisten spielten ein lockeres "Ball-Zusammen-Werfen", oder wie man es sonst nennen soll. Ein ganz, ganz lockerer Vormittag war das heute wieder. Man merkte dabei nicht, dass ich beim Bundesheer bin. Es konnte auch jeder seine eigene, private Badehose verwenden.

Am Nachmittag ging es dann in der Kaserne mit der MG-Ausbildung weiter. Was im Prinzip nur eine Wiederholung von gestern war. Das einzige was wir dazulernten war das Laden und Entladen der Waffe. Auf Zeit mussten wir das Maschinengewehr auch zerlegen und zusammenbauen. Aber nicht alleine, sondern zu zweit. Beim Maschinengewehr gibt es ja nicht nur einen Schützen. Hier sind jeweils zwei Mann pro MG. Die heißen dann auch MG-Schütze 1 und MG-Schütze 2, wobei der MG-Schütze 1 die "Hauptrolle" spielt und der MG-Schütze 2 sein "Gehilfe" ist, bzw. er für die Absicherung verantwortlich ist, wenn der andere den Lauf oder den Verschluss wechseln muss.

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73. Tag: (Do., 7. Jänner 1999)

Zum heutigen Tag gibt es nichts besonderes zu sagen. Wir funkten heute wieder den ganzen Tag. Es ist nichts Besonderes passiert. Mit dem Zustellheft gibt es auch immer weniger Probleme. Am Zustellheft hatten die Ausbildner immer etwas auszusetzen, weil wir wieder einmal die falsche Zeit eingetragen haben. Jeder Ausbildner meint etwas anderes. Bis sie sich einmal darüber einig sind, dass dauert dann eben etwas. Aber jetzt gibt es daran nichts mehr zu beanstanden!

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74. Tag: (Fr., 8. Jänner 1999)

Jetzt, wo die neuen Rekruten hier sind, fängt der Tag ganz anders an. Nach der Tagwache geht es nicht mehr zur Körperpflege sondern gleich zum Frühstück. Und erst danach zum Waschen, Zähne putzen und Rasieren. Der Grund für diesen Tausch ist ein ganz einfacher. Der Waschraum ist nach der Tagwache voll von den neuen Rekruten. Die Vorgesetzten der Neuen überprüfen dies auch, damit ja alle sich waschen und rasieren. Heute standen sie schon bis zur Waschraumtür Schlange. Bis man da mal an die Reihe kommt, das kann dann schon mal ziemlich lange dauern. Bei uns, die schon länger hier sind, kontrolliert das kein Mensch mehr. Da steht keiner vor der Tür und meckert einen an. Deshalb habe ich und auch die anderen getauscht.

Zum heutigen Diensttag gibt es auch nichts Besonderes zu sagen. Außer vielleicht, dass wir heute den Test über den Feldkabelbau hatten. Das besondere daran war, dass jeder von uns ein "sehr gut" schrieb. Von den 100 erreichbaren Punkten gab es einige wenige die "nur" 96 oder 98 Punkte erreichten. Alle anderen erreichten das Punktemaximum, also 100 Punkte. Warum wir so gut abschnitten? – Nein, nicht weil jeder von uns so brav lernte und sich diesen Quatsch hinein saugte. Der Grund für diesen Erfolg lag ganz woanders. Letzte Woche sind wir die Fragen im Leersaal durchgegangen. Ich habe diese Fragen mitgeschrieben, und diese Mitschrift im Zimmer aufgehängt. So wusste jeder die Fragen. Einige haben diese beantwortet, und die anderen diese Antworten abgeschrieben und nur diese gelernt. Zum Test heute sind dann auch genau diese Fragen gekommen. Man kann also nicht sagen, dass wir geschummelt haben!

Unser heutiges Thema war wieder einmal Kartenkunde. Am Vormittag wiederholten wir sozusagen dass, was wir eh schon so oft gehört haben: Kartenarten, Maßstab, Flächen- und Koordinatenmeldung. Am Nachmittag lernten wir dann die Bussole kennen. Im Prinzip ist das ein Kompass, nur mit dem Unterschied, dass ein Kompass eine Gradunterteilung hat, und die Bussole eine so genannte Stricheinteilung hat. Sonst besteht zwischen den beiden "Geräten" kein Unterschied. Das Arbeiten mit diesem Instrument ist auch nicht besonders schwer!

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75. Tag: (Mo., 11. Jänner 1999)

Von wegen "Glück im Spiel, Pech in der Liebe". Heute spielte ich mit einigen anderen nach Dienstschluss Poker. Ich will nicht sagen, dass ich die anderen abgezockt habe, aber gewonnen habe ich schon einiges. Wir spielten mit 1, 5 und 10-Schilling Münzen. Grundeinsatz war jeweils ein Schilling. Na ja, so mit 10 bis 15 Schilling mehr als zu Beginn beendete ich das Spiel, nachdem die anderen zum Teil keine Lust mehr hatten. Wir spielten so bis etwa 22:30 Uhr. Zum Spiel selbst gibt es nicht viel zu sagen. Ich hatte eben Glück. Mit meinem Schatz verstehe ich mich auch ganz toll. Ich bzw. wir beide lieben uns noch immer, seit fast einem Jahr, von ganzem Herzen. Unsere Beziehung wird von Tag zu Tag immer schöner. Also kann das Sprichwort "Glück im Spiel, Pech in der Liebe" für mich heute ganz bestimmt nicht zutreffen!

Heute hatten wir wieder MG-Ausbildung. Diesmal aber nicht im Leersaal, sondern im Freien und mit dem Kampfanzug 1. Also, so richtig gefechtsmäßig. Als Unterlage verwendeten wir den Regenschutz. Waffe zerlegen, zusammensetzen, Funktion überprüfen, Sicherheitsüberprüfung, Laden, Entladen, Lauf- und Verschlusswechsel. All diese Tätigkeiten führten wir heute wieder durch. Aber eben unter freiem Himmel, bei etwas kaltem Wetter. Angenehm war es jedenfalls keineswegs!

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76. Tag: (Di., 12. Jänner 1999)

Bin ich noch beim Bundesheer? – Heute war ich mir da gar nicht mehr so sicher! Morgen finden nämlich die Bataillonsmeisterschaften im Schilaufen statt. Heute war das Training. Wir, vom FM-Zug waren damit beauftragt, die Tore zum Trainieren zu stecken, was aber schon erledigt war. So waren wir "arbeitslos" und konnten den ganzen Tag frei nach Lust und Laune Schi fahren. Ohne dass irgendein Ausbildner oder ein "hohes Tier" ständig bei uns war und uns herumkommandierte. So gegen Mittag kehrten wir in eine Berghütte ein. Diese war ziemlich gemütlich eingerichtet. Das Essen war auch ganz gut, und der Preis hielt sich auch in Grenzen. In dieser Hütte blieben wir dann so ca. 1 ½ Stunden. Dann fuhren wir wieder ganz gemütlich Schi. Das Wetter war, bis auf einige Schneeflocken, die sich vom Himmel auf den Boden verirrten, ganz okay. Sonnig war es nicht. Der Schnee und die Pistenverhältnisse waren optimal. Leute waren auch nicht besonders viele, so dass es bei den Liften so gut wie keine Wartezeiten gab. Im Großen und Ganzen war es ein prima Tag, ein angenehmer Schitag. Das einzige was an das Bundesheer erinnerte war die Uniform. Denn diese mussten wir natürlich tragen. Aber die komplette Schiausrüstung konnten wir von zu Hause mitnehmen. Also unsere eigene, unsere private.
An die Uniform habe ich mich inzwischen schon gewöhnt. Mir ist es schon ziemlich egal, ob ich sie trage, oder nicht. Ich betrachte sie einfach als Bekleidungsstück, so wie meine eigenen Klamotten auch. Während die neuen Rekruten, und die, die am Schirennen nicht teilnahmen, normalen Dienst hatten, konnten wir frei Schi fahren. Hatten sozusagen Freizeit, oder "Urlaub vom Bundesheer". Ja, so kann das Bundesheer auch sein!

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77. Tag: (Mo., 13. Jänner 1999)

Unser Auftrag für heute war zunächst das Stecken der Tore für das heutige Rennen und am Nachmittag waren wir dann als Streckenposten eingeteilt.
Bis 10:30 Uhr konnten wir noch frei, nach Lust und Laune, so wie gestern, Schi fahren. Danach steckten wir den Kurs. Zuerst beförderten wir die Stangen mit dem Lift zum Start hinauf. Jeder schnappte sich ein Bündel und fuhr hinauf. Zum Setzen hatten wir dann einen erfahrenen Mann, der uns sagte, wo wir die Stangen setzen sollen. Beim setzen des Kurses ist nichts Besonderes passiert. Wenn man so viele Leute zur Verfügung hat, dann geht das Setzen auch dementsprechend schnell.
Beim Rennen selbst waren wir dann die Streckenposten. Unsere Aufgabe war es, erstens die Stangen wieder einzusetzen, falls sie von den Läufern zu direkt genommen wurden und zweitens darauf zu achten, dass niemand einen Torfehler begeht, bzw. es melden, falls einer doch ein Tor auslässt. Zweimal kam es in meinem Abschnitt vor, dass jemand einen Torfehler machte. So ca. 2 Stunden stand ich dann dort und fror mir einen herunter. Zum Schifahren kam ich heute nicht sehr viel, aber das war ja von vornherein klar! Gestern hatten wir den ganzen Tag Zeit zum Schifahren, und heute mussten wir eben "hakeln". Schließlich bin ich ja beim Bundesheer und nicht auf Schiurlaub hier! Wir waren übrigens in Lackenhof, das ist ca. eine Autostunde von der Kaserne entfernt. Die Liftkarte für diese beiden Tage mussten wir uns natürlich selber bezahlen. ATS 330,- (ca. 24 Euro) bezahlte ich für die beiden Tage. Damit kann ich glaube ich schon zufrieden sein!

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78. Tag: (Do., 14. Jänner 1999)

Im Fernseher läuft gerade ein "Fleischfilm". Eigentlich ist es ein Videofilm, aber das ist Nebensache. Ob Fernseher oder Video, das ist glaube ich ziemlich egal! Ich habe ihn mir auch angesehen, zumindest einen Teil davon. Es ist ja eh immer dasselbe. Es geht eh nur um das eine. Eine Handlung hat so ein Porno natürlich nicht, und recht viel haben die Darsteller auch nicht zu sagen. Ihr Text beschränkt sich auf "Fick mich", "Gib’s mir", "Wundervoll", "Rein damit", "Ich will", ... und jede Menge Gestöhne. Die Frauen in diesen Filmen haben anscheinend sehr viel Spaß dabei und treiben es gerne. Diesen Eindruck habe ich zumindest. Sie werden zumindest nicht dazu gezwungen.
Sollen sie es doch treiben wie die Kaninchen und sich in den Hintern ficken lassen. Wenn es ihnen Spaß macht. Mit der Zeit wird mir das aber auch zu blöd. Es ist doch eh immer das gleiche. Die Darsteller wechseln sich zwar ab, aber sonst bleibt alles gleich. Ob im stehen, liegend, kniend nachvorgebeugt, am Bauch oder am Rücken. Anal, oral oder "ganz normal". Am grauslichsten finde ich es wenn der Mann dann den Samen den Frauen direkt ins Gesicht oder in den Mund spritzt. Oder die Frauen den Männern einen Blasen wo noch das ganze Sperma am Penis klebt. Igitt, das ist doch unappetitlich! Also, mich macht so ein Film wirklich nicht an. Da habe ich viel, viel lieber Sex mit meinem Schatz, mit meiner lieben Maus. Erstens habe ich viel mehr davon und zweitens ist es viel schöner. Außerdem ist da auch Liebe und Zärtlichkeit dabei.

Zum heutigen Dienst gibt es nicht viel Besonderes zu sagen. Es war wieder ein reiner "Leersaal-Tag". Am Vormittag besprachen wir die Formulare beim Fernsprechverkehr und am Nachmittag wiederholten wir die gesamte Theorie zum Funkbetrieb. Dazu stellte der Ausbildner 27 Fragen, die wir dann in kleinen Gruppen so genau und ausführlich wie möglich ausarbeiten mussten. Fragen, die wir schon zur Genüge hörten.

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79. Tag: (Fr., 15. Jänner 1999)

Heute war wieder einmal absolut gar nichts los. Das einzige was am Nachmittag los war, war ein bisschen Sport. Zuerst zwei Kasernenrunden laufen. Locker natürlich, es soll sich ja keiner verletzen. Dann spielten wir gemütlich Fußball.
Das Zimmer wurde heute zur Abwechslung auch einmal kontrolliert. Es gab daran nichts auszusetzen.
Das "3er Packerl" (KAZ 3) packte ich heute auch schon. Am Montag fahren wir ja für drei Tage nach Allentsteig zum Scharfschießen.

Was mir wieder einmal total auf den Keks geht ist, dass wir morgen Dienst haben. Das Wochenende ist also wieder einmal total im Eimer. Wenn ich morgen nach Hause komme, ist der Samstag eh wieder so gut wie vorbei. Das halbe Wochenende ist futsch. Heute taten wir überhaupt nichts, und morgen müssen wir extra hier bleiben. Also, irgendetwas passt hier nicht zusammen. Als ob man nicht das Programm von morgen heute schon hätte machen können, und dafür morgen dienstfrei. Nein, das Bundesheer hat wieder einmal eine eigene Zeiteinteilung: heute, am Freitag, so gut wie nichts tun, und dafür morgen, am Samstag, (wo normalerweise dienstfrei wäre) Dienst. Das ist wieder einmal typisch Bundesheer!

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80. Tag: (Sa., 16. Jänner 1999)

Üben für das Scharfschießen, welches wir nächste Woche von Montag bis Mittwoch haben, war das Thema des heutigen Tages, bzw. des Vormittages. Der Nachmittag ist am Samstag ja üblicherweise dienstfrei. Heute hatten wir mit der gesamten Stabskompanie Dienst. Insgesamt gab es vier Stationen: das Handgranatenwerfen, Verhalten am Schießplatz (mit dem Sturmgewehr, schießen mit dem Panzerabwehrrohr (PAR) und die vierte Station war im Leersaal, wo wir uns einen Film über die Wirkung von abgefeuerter Munition ansahen. Nicht nur von scharfer Munition, sondern auch von den Knallpatronen und den Leuchtpatronen handelte dieser Film. Ein Thema war auch, welche Materialien eine scharfe Munition durchschlägt und welche dem Beschuss standhalten. Ein "normales" Auto bietet dabei absolut keinen Schutz. Nicht so, wie es in manchen Filmen gezeigt wird, wo sich der "Held" hinter der Autotür versteckt und glaubt hier kann ihm nichts passieren.

Der heutige Vormittag war ganz okay. Bis auf die Zimmervisite. Die fiel diesmal nicht besonders gut aus. Unser Ausbildner hatte da ziemlich viele "Schwachstellen unserer Reinigung" entdeckt. Unter anderem waren die Spinde nicht abgewischt, die Fensterbänke ebenso wenig und der Boden war ihm auch nicht so recht. Er hat gemeint, das können noch anstrengende 132 Tage werden. (So sieht nämlich unsere aktuelle Lage aus, noch 132 Tage bis zum Abrüsten). Bei so einer Lage brauchen wir noch keine Faxen machen, hat er gemeint!

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Scharfschießen in Allentsteig: (Mo., 18. bis Mi., 20. Jänner 1999)

Erster Tag: Die etwa zweistündige Fahrt war ganz okay. Mit der Überhose und dem Feldpullover (und darüber noch die Feldjacke) war es nicht mehr so kalt. Zwei von uns vergaßen die Überhose und den Pullover. Denen fror ziemlich. Man merkte es ihnen wirklich an, dass ihnen kalt war.
Das Schießen selbst war dann ganz okay. Das Schießprogramm für heute war schon ziemlich umfangreich. Zuerst das Einschießen der Waffe. Wir bekamen ja in Melk eine "Neue". Die weiteren Schießübungen gingen dann auch. Bei einigen Übungen mussten wir auch mit dem Panzerabwehrrohr (PAR) schießen, was auch nicht so besonders schwer ist. Zum Schießen selbst gibt es nicht viel zu sagen. Es ist auch nicht mehr so, wie es in der Ramsau war. Es ist nichts mehr Neues. Das Verhalten am Schießplatz bzw. der Schießablauf ist nichts mehr neues. Die meiste Zeit verbringt man aber mit dem Warten, warten und nochmals warten. Warten bis man "endlich" mit dem Schießen an der Reihe ist. Das Schießen selbst geht dann ziemlich rasch. Es können immer nur drei gleichzeitig pro Übung schießen und wir (vom FM-Zug) waren insgesamt 14. (Die, die heute und morgen schießen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe (mit mir) bestand aus den Kameraden vom FM-Zug, und der Rest bildete die zweite Gruppe). Am Tag war das ganze ziemlich okay, es war noch nicht so kalt. Aber so gegen den späten Nachmittag, als es immer dunkler wurde, wurde es auch immer kälter. Welches, wenn man längere Zeit (herum)steht und wartet bis man wieder zum Schießen kommt, ziemlich unangenehm ist. Von den 13 Übungen, die wir heute schossen, mussten wir die letzten bei Dunkelheit schießen. Schießen im Dunkeln also, Na ja, getroffen habe ich nichts. Nach einer Weile haben sie dann die Scheinwerfer eingeschaltet. Sie haben es wohl eingesehen, dass es für uns sinnlos ist, bei Dunkelheit zu schießen! Ab diesem Zeitpunkt waren die Trefferergebnisse auch wieder dementsprechend gut. Mit meinem Schießergebnis kann ich zufrieden sein. Es reist zwar niemanden vom Hocker, aber mir ist das ziemlich egal. Die geforderte Mindesttrefferanzahl erreichte ich bei jeder Übung. Bei einigen Übungen traf ich mehr, bei anderen weniger, aber das Ziel habe ich jedes Mal erreicht.

Am Abend, in der Unterkunft, reinigte ich dann die Waffe grob, da wir ja morgen eh wieder schießen. Da wäre es ja sinnlos wenn ich die Buffn heute sauber putzen würde, wenn ich sie morgen eh wieder zum Schießen brauche! Und außerdem bin ich auch nicht mehr in der ABA. Da hätten wir sie sicher putzen müssen, auch wenn wir am nächsten Tag damit wieder schießen. Nur damit wir beschäftigt sind, und damit sich einige Ausbildner wichtig machen können. Aber die ABA ist ja jetzt, glücklicherweise, vorbei!


Zweiter Tag: So eine richtige scharfe Handgranate macht schon einen ordentlichen Lärm. So etwas kann man einfach nicht niederschreiben. Das muss man selber hören! Zuvor warf jeder noch zwei Übungshandgranaten. Diese explodieren nicht, sie machen nur einen Lärm, ähnlich einem Schweizerkracher. Und wieder standen wir die meiste Zeit herum. Das werfen der Handgranate ging rasch über die Bühne, aber bis jeder an der Reihe war, das dauerte eben. Ich war noch dazu der Letzte. Etwas kalt war es am Vormittag auch, was das Stehen und warten noch um eine Spur unangenehmer machte. Das Werfen der Handgranate ist ein Kinderspiel, da ist nichts dabei: Splint ziehen, und weg mit dem Ding. Blöd wird es nur, wenn dieses Gerät auskommt, und in die Stellung fällt. Das ist dann meist ziemlich unangenehm! Da ist dann schnelles handeln angesagt, da heißt es dann so schnell wie möglich raus aus der Stellung und sich in Sicherheit begeben. So eine Handgranate kann schon absolut tödlich sein! Na klar, das haben Waffen eben so an sich, dass sie tödlich sind! Ich meine ja auch nur, dass man diese Dinger auf keinen Fall unterschätzen darf!

Am Nachmittag schossen wir dann die letzten drei Übungen. Eine reine Sturmgewehr-Übung, eine Kombination aus Sturmgewehr und Panzerabwehrrohr und die dritte war die, na ja nennen wir sie die "beste" Schießübung, wenn es so etwas wie eine gute Schießübung überhaupt gibt! Da waren nämlich alle drei Waffen (Sturmgewehr, Panzerabwehrrohr und Handgranate) zu einer Übung zusammengefasst. Wir mussten diese Übung auch zu zweit, also im Trupp (wie es im militärischen heißt) absolvieren. Die Übung verlief folgendermaßen: zuerst gingen wir nebeneinander auf der Wiese (ein Ausbildner, der für die Sicherheit verantwortlich ist, und das alles überwachte) ging zwischen uns. Nach einer Weile klappten dann vier Scheiben vor uns hoch, die wir "bekämpfen" mussten. Danach ging es in so eine Art Schützengraben, wobei einer vorn und der andere dahinter ging. Bei jeder Ecke warfen wir zuerst eine Handgranate, und erst dann ging der andere (also nicht der, der die Handgrante warf, sondern sein Kamerad, der zuvor noch hinter ihm ging) um die Ecke. Sobald eine weitere Tafel auftaucht, musste diese bekämpft, also beschossen werden, solange bis sie umklappte, also getroffen wurde. Bei jeder Ecke wurde zuerst eine Handgranate geworfen, bevor wir weiter gingen. Vier von diesen Dingern hatten wir zur Verfügung, aber "leider" "nur" Übungshandgranaten. Als wir dann zum Ende des Graben kamen, schoss einer mit dem Panzerabwehrrohr, während der andere die anderen Ziele (Tafeln) bekämpfte. Nachdem dann der PAR-Schütze seine zwei Schüsse abgegeben, also den Panzer(es war natürlich nur einer Tafel, die einen Panzer darstellte, bekämpfte), verschoss er noch seine restliche Munition mit dem Sturmgewehr. Ein Munitionswechsel war bei dieser Übung ebenfalls noch notwendig. Nicht weil wir so viele bekamen, dass wir mit einem Magazin nicht auskamen. Nein, die Übung "wollte" es so! Eine ganz nette Übung war es schon, zumindest "besser" als "nur" mit dem Sturmgewehr auf ein fixes Ziel zu ballern. Bei den letzten Übungen kam dann auch noch die Sonne zum Vorschein und es wurde dadurch etwas wärmer und angenehmer.

Nachdem ich etwa 2 ½ Stunden lang das Gewehr putzte, ging ich so gegen 20 Uhr ins Bett.

Im Nebenzimmer hausten unsere Ausbildner, all die hohen Viecher. Während ich und die (meisten) anderen im Bett lagen und schlafen wollten, ging es da drüben ziemlich zu. Keine Ahnung was sie da taten, jedenfalls waren sie so laut, dass ich nicht schlafen konnte. Angeblich hatten sie einige Kisten mit Bier und anderen (alkoholischen, natürlich!) Getränken bei sich.


Dritter und letzter Tag des Scharfschießens: Nach dem Frühstück und dem Reinigen der Unterkunft, wofür wir bis 8:30 Uhr(!), also eine ganze Stunde länger als gewöhnlich Zeit hatten, ging es dann zum letzten Mal zum Truppenübungsplatz zum Schießen mit dem MG. Keine Ahnung warum sie uns so lange Zeit zum Reinigen ließen. Vielleicht mussten Sie ja erst noch ihren Restalkohol von der gestrigen Sauftour ausschlafen. Jedenfalls hatten wir länger Zeit zum Reinigen.

Das MG-Schießen war bis auf, dass es "saukalt" war ganz okay. Die erste Übung diente zum Gewöhnen an die Waffe. Bei der zweiten Übung ballerte dann jeder insgesamt 25 Schüsse in die Gegend. Auf eine Tafel. Das Schießen selbst ist für mich nichts besonderes, aber den Ausbildnern scheint es sehr zu gefallen, wenn sie hinter diesem Gerät stehen und haufenweise Munition in die Gegend ballern können. Als wir Rekruten mit den beiden Übungen fertig waren, schossen unsere Ausbildner den Rest, was noch ziemlich viel war. Da ging es dann schon ziemlich rund. Ich kann mich noch gut an die Rede des Korpskommandanten erinnern, wie er meinte, wir sollen unsere Verwandten und Bekannten um Spenden für das Bundesheer fragen. Damit sie, sie dann buchstäblich mit einem MG verballern können?!? – da heißt es immer, das Bundesheer hat kein Geld. Aber auf der anderen Seite dann doch soviel, dass die Herrn Offiziere und Unteroffiziere wie wild herumballern können. Also irgendetwas stimmt da nicht zusammen!

So gegen halb 12 Uhr, nach dem Mittagessen, fuhren wir dann nach Melk, in die Kaserne, zurück. Hier packten wir das Gepäck aus, und reinigten das Zimmer. Um 15 Uhr hatten wir dann dienstfrei.

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84. Tag: (Do., 21. Jänner 1999)

Eine Funkübung war heute wieder einmal angesagt. Am Vormittag war da nichts Außergewöhnliches. Wir funkten einige Sprüche und nahmen auch einige auf. Ein ganz normaler Funkverkehr eben. Einige Kleinigkeiten gab es aber trotzdem, die unseren Ausbildnern nicht so passten. Er hörte auf einem eigenen Funkgerät mit!
Am Nachmittag ging dann aber so einiges schief, und wir machten eine Menge Blödsinn, was dann zu einem großen Spaß ausharrte. Jedem war es dann auch schon egal, wenn er etwas falsch machte. Es ging ja im Prinzip um überhaupt nichts. Eine Funkübung ist die ideale Möglichkeit den Tag "durchzudrücken". Die Ausbildner haben im Prinzip nichts zu tun und wir eigentlich auch nicht. Sich einen Spruch auszudenken, ihn zu tarnen und zu funken ist nicht wirklich eine Arbeit. Das gleiche gilt, wenn wir einen Funkspruch empfangen und ihn enttarnen müssen. Die Ausbildner haben anscheinend auch überhaupt keine Lust etwas zu "arbeiten". Ihnen ist es auch lieber, wenn sie irgendwo herumsitzen können und nichts zu tun brauchen. Da ist eine Funkübung eben ideal. Wir sind im Prinzip einen ganzen Tag damit beschäftigt, so gut wie nichts zutun. So könnte man die Funkübung auch bezeichnen. Es klingt vielleicht paradox, aber es ist so!

Während wir herumsaßen wurden die Neuen, die erst seit etwa drei Wochen hier sind ordentlich hergenommen. Mit den sinnlosen Übungen: Waffe zerlegen und wieder zusammenbauen. ABC-Alarm (Schutzmaske aufsetzen, Schutzanzug anziehen), usw. Jetzt, am Abend haben sie auch irgend so eine nutzlose Übung in der Unterkunft. Keine Ahnung welchen Zweck diese Übung haben soll. Es ist jedenfalls irgend so eine Alarmübung. Was genau sie aber taten konnte ich nicht herausfinden. Ehrlich gesagt, ist es mir auch ziemlich egal! So krass kann das Bundesheer sein. Während wir so gut wie nichts tun, haben die neuen ein volles Programm!

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85. Tag: (Fr., 22. Jänner 1999)

In der Kaserne laufen auch Frauen herum. Nein, keine weiblichen Rekruten. Die, die ich meine sind schon etwas älter. Diese sitzen in der Vermittlung und vermitteln die Telefon-Teilnehmer, die von den verschiedensten Kanzleien in der Kaserne mit jemand außerhalb der Kaserne telefonieren wollen und/oder müssen. Wir, bzw. ein Teil vom FM-Zug werden auch hier eingeschult. Damit, für den Fall einer ernsthaften Alarmierung, wir diese Vermittlung bedienen können. Oder auch nur für den Fall, dass eine der Damen aus welchem Grund auch immer ausfällt. Die Vermittlung muss von zwei Personen betrieben werden. Befehl vom "obersten Boss" hier in der Kaserne! Die Bedienung des Apparates ist nicht besonders schwer, und stressig ist diese "Arbeit" auch nicht gerade. Da gibt es Zeiten, da tut sich überhaupt nichts, und dann wollen wieder mehrere eine Verbindung. Im Großen und Ganzen eine gemütliche Angelegenheit.

Am Nachmittag war dann das, jetzt schon fast übliche "Freitag-Nachmittag-Programm" angesagt. Nämlich putzen, putzen, putzen. Leersaal, Kanzleien und unser Zimmer. Die Waffen wurden heute auch wieder überprüft. Aber da gab es keine Probleme. So genau, wie bei der ABA wird es jetzt nicht mehr genommen. Bei der ABA wurde ja fast jeder einzelne Teil peinlichst genau visitiert. Jetzt genügt nur mehr ein kurzer Blich auf die "wichtigsten" Teile. Und das war es dann auch schon!

Nach der Zimmer- und Waffenvisite saßen wir dann eine Stunde sinnlos im Zimmer herum und warteten darauf, dass wir endlich nach Hause durften.

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86. Tag: (Mo., 25. Jänner 1999)

Tja, seit gestern bin ich jetzt genau ein Jahr mit meinem Schatz zusammen. Für mich war es das schönste Jahr meines Lebens. Ich bin total glücklich mit meiner Maus, und sie ist, soweit ich es beurteilen kann, auch mit mir sehr glücklich und froh, dass sie mich hat. Gefeiert haben wir nicht besonders, dafür verbrachten wir fast den ganzen Tag ausschließlich im Bett. Eigentlich wollten wir ja ein Glas Sekt darauf trinken, aber irgendwie ist es dann doch nicht dazu gekommen. Keine Ahnung woran es lag!

Zum heutigen Dienst gibt es nicht viel zu sagen. Wir saßen wieder den ganzen Tag im Leersaal und wiederholten zum x-ten Mal die Theorie zum Feldkabelbau, bzw. allgemein zum Funken und Fernmelden. Es ist dabei nichts Aufregendes passiert!

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87. Tag: (Di., 26. Jänner 1999)

Heute war ich wieder einmal den ganzen Tag im Freien. Zuerst Sport, was lediglich aus einem lockeren Fußballspiel bestand, dann Beladen des BH-Kfz für den Aufbau einer Vermittlungsanlage, die wir dann am Nachmittag außerhalb der Kaserne aufstellten. Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Es war eine gemütliche, lockere Arbeit, die ohne Stress ablief. Andere verlegten derweilen ein Feldkabel zu einem anderen "Gefechtsstand". Morgen und Übermorgen findet nämlich eine größere Übung statt, und deshalb mussten wir diesen ganzen Krempel aufbauen. Am Donnerstag, in der Nacht, bauen wir dann das ganze wieder ab. Während die anderen hier eine Übung haben sitzen wir, der FM-Zug, die ganze Zeit an der Vermittlung bzw. an den Funkgeräten, für den Fall, dass irgendwo eine Störung auftreten sollte. Sonst gibt es zum heutigen Tag nichts zu sagen. Es war ein angenehmer, lockerer Tag.

Einige feierten schon "Halbzeit", obwohl wir ihn erst morgen haben. Im Zimmer und mit Alkohol natürlich! Angeblich soll es dabei ziemlich zugegangen sein. Sie trieben es angeblich soweit, dass ein Ausbildner ins Zimmer kam und sich fürchterlich aufregte. Die ganze Sache passierte in der Nacht, während ich schlief. Ich bekam da nichts mit. Ich erfuhr es am nächsten Tag in der Früh, als sie darüber sprachen.

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88. Tag: (Mi., 27. Jänner 1999)

Halbzeit! Jawohl, die erste Hälfte von dem ganzen Mist habe ich jetzt zum Glück hinter mir. Es folgen aber immer noch vier Monate. Vier Monate, die hoffentlich schneller vergehen als die ersten vier. Die ersten beiden Monate haben sich ziemlich gezogen, die nächsten zwei sind eh so halbwegs schnell vergangen, aber trotzdem noch viel zu langsam. Am liebsten hätte ich den Quatsch schon hinter mir! Der "alte" FM-Zug rüstet derweilen ab. Heute haben sie ihre gesamte Ausrüstung zurückgegeben. All den Krempel in ein Leintuch zusammen gepackt. So sah man sie über den Hof, zur Bekleidungskammer spazieren. Mein Bruder rüstet ebenfalls diese Woche ab, allerdings in einer anderen Kaserne! Und wir, wir haben erst die Hälfte geschafft!!
Ich habe den heutigen Tag nicht (besonders) gefeiert, und gestern war ich auch nicht bei dem Saufgelage im Zimmer dabei. Ich schlief schon und kriegte davon, was die anderen in ihrer "Vollknalle" so alles trieben, nicht mit. Ist mir auch egal was sie taten, solange sie mich in Ruhe schlafen ließen!

Heute haben wir ein Feldkabel (einen Postanschluss zum Versorgungsgefechtsstand verlegt. Das einzig gute an dieser lästigen Arbeit war, dass wir keinen Zeitdruck hatten. Wir ließen daher auch keinen Stress aufkommen, und benötigten für diese Arbeit auch den ganzen Tag! – Was andere vielleicht in zwei Stunden schafften. Um 16:15 Uhr machten wir dann Dienstschluss. Unser "Hauptchef" bei der FM-Ausbildung hatte heute anscheinend einen ziemlich schlechten Tag erwischt. Er beschwerte sich ziemlich intensiv und lautstark bei unseren Ausbildnern über alles Mögliche. Ich hätte zum Beispiel eine Meldung machen sollen, als er zu uns kam. Wir machten gerade eine Pause und saßen herum. Unser Kommandant stand direkt neben uns. Ich verließ mich darauf, dass er eine Meldung machen sollte, was er aber nicht tat. Zuerst "putzte" er mich zusammen und dann ihn. Bei den anderen Trupps gab es allerdings auch jede Menge "Kleinigkeiten", die ihm nicht gefielen. Und in Summe kam da schon einiges zusammen. Mal sehen was sie morgen im Leersaal bei der "Lagebesprechung" dazu sagen.

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89. Tag: (Do., 28. Jänner 1999)

Das war heute wieder einmal ein Tag! Heute hatten wir nach langer Zeit wieder einmal eine Nachtübung. Gestern hatten wir ja den Aufbau der Feldvermittlung und das Verlegen des Kabels für den Postanschluss abgeschlossen. Heute, am Vormittag und am Nachmittag mussten wir diese Betreiben. D.h. wir taten so, als würde jemand eine Fernsprechverbindung mit jemand anderem haben wollen, welche wir dann auch herstellten. All die verschiedenen Möglichkeiten die es hier gab spielten wir durch. Dazu gibt es nicht viel zu sagen. Es ist irgendwie klar, dass man Fehler macht. Ganz besonders wenn man das hier zum ersten Mal auch wirklich praktisch durchführt. Aber es gibt auch immer wieder welche, die sich darüber lustig machen wenn jemanden ein Missgeschick passiert. Sie tun so, als wären sie die größten und besten, die, die alles sofort beherrschen. Wenn diese dann aber auch einen Fehler oder einen Mist bauen, dann ist das ganz okay, aber wehe es macht ein anderer etwas falsch. Dann wird ihm das sofort übel genommen und sie machen sich darüber lustig. Es sind eh immer dieselben. Die glauben Sie können den großen Boss spielen, und die anderen nach Lust und Laune herum kommandieren. Nur weil sie zu faul dazu sind, oder weil es ein unangenehmer Job ist. Wie zum Beispiel das "Wache stehen". Eine Wache mussten wir nämlich auch vor das Gebäude stellen. So im 30-Minuten-Takt haben wir uns dabei abgewechselt.
So gegen 20 Uhr haben wir dann mit dem "Spielen an der Vermittlung" aufgehört. Und jetzt kam das, was keinem so richtig gefiel: das Abbauen von dem ganzen Krempel, welches wir gestern und vorgestern aufbauten. Das ganze natürlich bei leichtem Regen (genau zu diesem Zeitpunkt fing es nämlich zu regnen an) und was das unangenehme war, im stockdunkeln. Eine Lampe hatten wir schon mit, aber es war trotzdem nicht angenehm! Wir bauten es ziemlich schnell ab und warfen es einfach in das Fahrzeug. Nicht so schon übereinander geschlichtet. Alles, genau dort wo es laut Beladungsplan sein sollten. Wir warfen es einfach nur in den Wagen und fuhren dann in die Kaserne zurück. So gegen 23:15 Kamen wir dann endlich auf die Zimmer. Vom schlafen gehen hat aber noch keiner etwas gesagt. Die Waffe und die Ausrüstung, im speziellen die Schuhe, sollten wir auch noch reinigen. Ja, wir sollten es tun. Getan hat es aber eh fast keiner. Um 24 Uhr durften wir dann endlich ins Bett. Im Großen und Ganzen waren sie heute mit unserer Leistung gang zufrieden. "Es geht ja eh. Man muss euch nur in den Arsch treten". So in der Tat haben sie sich dabei ausgedrückt.

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90. Tag: (Fr., 29. Jänner 1999)

All das was wir für die letzte Übung an Ausrüstung und Geräten benötigten, mussten wir heute reinigen. Na ja und die ganzen Kisten hätten wir auf Vollzähligkeit auch überprüfen sollen, was aber keinem so richtig interessierte. Daraufhin, und weil in einer Kiste zuviel war, und in einer anderen etwas fehlte, bekamen wir heute wieder eine ordentliche Predigt. Beim nächsten Mal wird dann wirklich hart durchgegriffen. Was immer das auch bedeuten mag.

Einen Bekleidungsappell hatten wir heute auch, der folgendermaßen ablief: Zuerst fragte der Ausbildner, ob jeder alles hatte. Danach wählte er zufällig einige Bekleidungsgegenstände aus, und jeder von uns zeigte sie ihm dann. Insgesamt waren es so vier oder fünf Gegenstände. Die letzten 2 Stunden saßen wir dann sinnlos herum. Wir warteten auf den Dienstschluss, darauf das wir nach Hause gehen durften. Um 16:15, nach der Befehlsausgabe, die wie (fast) immer total überflüssig ist durften wir dann endlich ins wohl verdiente Wochenende gehen!

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Autor: Buchgeher Stefan
Erstellt: 27. September 2003
Letzte Änderung: 25. Oktober 2004